apraxostux

Author: Dr. med Claudia Neumann
© 2020 Dr. Claudia Neumann

Update: 9.3.2020

Einleitung

Möchte man seine Arztpraxis auf papierlos umstellen, kommt man um das Einscannen von Befunden und Arztbriefen nicht herum. Damit dabei nicht zuviel Zeit für die MFAs draufgeht, empfiehlt es sich, einen eigenen Scanner, der auch doppelseitiges Scannen unterstützt, bereitzustellen. Scannen über einen Multifunktionsdrucker ist dafür zu langsam und würde das tägliche Einscannen der eingegangenen Arztbriefe zur Qual machen.

Da bei der papierlosen Arztpraxis langfristig viele Dokumente verwaltet werden, rate ich zur Umstellung auf die erweiterte Extern-Verwaltung. Siehe dazu Texte / Einzel-Anleitungen → erweitertes Extern-System.

Vor dem Kauf eines Scanners sollte man sich über dessen Linux-Unterstützung informieren. Ein gute Einführung in das Thema bietet die Webseite https://www.pcwelt.de/ratgeber/Scanner-unter-Linux-einrichten-137879.html

Auch die Hardware-Erkennung und -Einrichtung wird hier ausführlich beschrieben, sodass die Anbindung des Scanners kein Problem sein sollte.

Dokumente in apraxos einscannen

Wenn das Einscannen unter Linux klappt, sollte man sich überlegen, mit welcher Auflösung die eingescannten Dokumente gespeichert werden sollen. Dabei gilt: je höher die Auflösung, desto besser das Bild, desto größer ist die Datei und umso länger dauert es hinterher, die Datei zu laden.

Einseitiges Scannen am Server

Diese Option ist für die meisten Berichte und Arztbriefe richtig. Die MFA muss darauf achten, dass die mehrseitigen Briefe nur einseitig bedruckt sind. Die Briefe werden zusammen in den Scanner gelegt und werden Seite für Seite vom Scanner eingezogen. Sind die Seiten mit einer Heftzwecke zusammengetackert, wird der Scanversuch scheitern. Häufige Scan-Versuche mit zusammengehefteten Seiten können den Scanner unbrauchbar machen.

Man legt im apraxos-Hauptverzeichnis eine Datei scannen.sh mit dem Inhalt an:

#!/bin/bash
cd /home/praxis/scan
rm *.*
kdialog --msgbox "Scannen läuft" &

scanimage -y 297 -x 210 --format=tiff --batch=/home/praxis/scan/$(date +%Y%m%d)_p%04d.tiff --resolution 200

convert *.tiff scanimage.jpeg
convert *.jpeg scanimage.pdf
killall kdialog
okular /home/praxis/scan/scanimage.pdf
mv /home/praxis/scan/scanimage.pdf /home/praxis/a/ablage/
cd /home/praxis/a

Mit diesem Skript wird das Dokument zunächst als tiff-Datei mit einer Auflösung von 200 dpi in /home/praxis/scan angelegt. Anschließend wird die tiff-Datei über den Umweg über eine jpeg-Datei in eine pdf-Datei umgewandelt. Die Umwandlung ergibt eine möglichst kleine Datei bei guter Auflösung. Man kontrolliert die Datei mit okular und kann sie evtl. noch verwerfen, falls der Scan nicht gut geworden ist.

Das Skript sollte so funktionieren. In apraxos wird dieses Skript als Extern-Programm eingebunden, in dem man unter System / Einstellungen / Extern eine weitere Zeile anlegt:

Nr    Programm     Endung    Pfad
4     Scannen      pdf       ./scannen.sh

Nun kann man den Patienten aufrufen, unter KarteiXExtern wird die Extern-Verwaltung aufgerufen. Der Cursor springt auf die letzte Zeile und befindet sich im ersten Feld. Mit Return werden die Aufrufprogramme aufgelistet. Dort befindet sich jetzt ein weiteres Programm Scannen, das man anklickt/aufruft. Das Scannen läuft. Es dauert dabei etwas, bis das Gerät gestartet wird und die Seiten einzieht. Nach Beendigung des Scannens wird das PDF-Dokument angezeigt. Man schließt okular. apraxos fragt dann, ob die Datei ins Extern-Verzeichnis übernommen werden soll. Ist beim Scannen etwas schiefgelaufen, kann man hier die Übernahme mit "n" abbrechen. Mit "j" wird das PDF-Dokument dem Patienten zugeordnet. Anschließend muss im Feld "EINTRAEGE" eine sinnvolle Beschreibung des Dokuments eingetragen werden.

Das Dokument kann jederzeit aufgerufen werden, indem man mit dem Cursor auf das Feld "EXT" springt und mit Return bestätigt.

Doppelseitiges Scannen am Server

Für doppelseitige Scannen kann der Befehl scanimage nicht verwendet werden. Stattdessen benutzen wir gscan2pdf, das evtl. installiert werden muss.

Man legt eine Datei duplscan.sh im apraxis-Hauptverzeichnis an:

#!/bin/bash
cd /home/praxis/scan
rm *.*
gscan2pdf

mv /home/praxis/scan/scanimage.pdf /home/praxis/a/ablage/
cd /home/praxis/a

In apraxos wird dieses Skript als Extern-Programm eingebunden, in dem man unter System / Einstellungen / Extern eine weitere Zeile anlegt:

Nr    Programm     Endung    Pfad
5     Duplex-Scan  pdf       ./duplscan.sh

Wird das Aufruf-Programm Duplex-Scan beim Patienten aufgerufen, wird das Programm gscan2pdf aufgerufen. In den Einstellungen können einige Parameter vorkonfiguriert werden, z.B. die Auflösung und das Verzeichnis, in dem die gescannte Datei abgespeichert werden soll. Ebenso kann vorkonfiguriert werden, dass doppelseitig gescannt werden soll.

Mit Klick auf das Scannen-Symbol kann der Scan-Vorgang eingeleitet werden. Die Einstellungen können hier auch nochmal geändert werden. Klicken Sie auf "Scannen". Es werden die Seiten fortlaufend mit Vor- und Rückseite in der linken Leiste dargestellt. Leere Seiten können nach dem Scan-Vorgang mit Rechts-Klick auf die leere Seite und "Löschen" entfernt werden. Nun müssen die gescannten Seiten als scanimage.pdf im Verzeichnis /home/praxis/scan gespeichert werden. Man schließt gscan2pdf.

apraxos fragt nun, ob die Datei scanimage.pdf ins Extern-System übernommen werden soll. Wenn mit "j" geantwortet wird, wird die Datei dem Patienten im Extern-System zugeordnet. Im "EINTRAEGE"-Feld muss eine sinnvolle Beschreibung des Dokuments eingetragen werden.

Scannen am Client-Rechner

Typischerweise wird das Scannen im Büro oder an der Anmeldung erledigt. Dabei ist der Scanner nicht direkt mit dem Server verbunden.

Man kann z.B. den Arztbrief zunächst am Büro-Rechner einscannen und legt ihn in ein Verzeichnis /home/praxis/scan auf dem Büro-Rechner ab. Mit dem Skript /home/praxis/aclient/scannen.sh mit folgendem Inhalt holt man anschließend die gescannte Datei auf den Server und apraxos ordnet die Datei dem Patienten zu.

#!/bin/bash
scp praxis@buero:/home/praxis/scan/*.pdf /home/praxis/aclient/ablage/

Oder das Scannen wird aus apraxos heraus auf dem Client-Rechner angestossen. Im apraxos-Client-Verzeichnis befindet sich die Datei /home/praxis/aclient/scannen.sh:

#!/bin/bash
ssh praxis@buero /home/praxis/scannen-auf-client.sh
scp praxis@buero:/home/praxis/scan/*.pdf /home/praxis/aclient/ablage/

Auf dem Client-Rechner buero befindet sich die Datei /home/praxis/scannen-auf-client.sh:

#!/bin/bash
cd /home/praxis/scan
rm *.*
kdialog --msgbox "Scannen läuft" &

scanimage -y 297 -x 210 --format=tiff --batch=/home/praxis/scan/$(date +%Y%m%d)_p%04d.tiff --resolution 200

convert *.tiff scanimage.jpeg
convert *.jpeg scanimage.pdf
killall kdialog
okular /home/praxis/scan/scanimage.pdf

Doppelseitiges Scannen auf dem Client-Rechner ist analog einzurichten.