apraxostux

Author: Dr. med Claudia Neumann
© 2021 Dr. Claudia Neumann

Stand: 7.7.2021

Das digitale Impfzertifikat wird als Datamatrix-Code ausgestellt und kann vom Patienten mit seinem Handy entweder über die Corona-Warn-App oder den CovPass eingelesen werden. Damit kann der Patient bei Bedarf seinen Impfschutz über das Handy ausweisen.

Einrichtung der Routen

Zunächst muss eine Route für die Ubirch-Webseite web.impfnachweis.info mit der IP-Adresse 100.102.0.0 mit Netzmaske 255.255.128.0 zum Konnektor gelegt werden, entweder durch Legen der Route an dem Rechner, mit dem die Impfzertifikate erstellt werden sollen, oder direkt im Router.

Z.B. in einer FritzBox geht man über Heimnetz / Netzwerk auf den Reiter Netzwerkeinstellungen. Dort muss unten auf der Webseite auf "weitere Einstellungen" geklickt werden. Ganz unten gibt es die Möglichkeit, statische Routen einzurichten. Man klicke auf IPv4-Routen, lege eine neue IPv4-Route an. Bei IPv4-Netzwerk gibt man 100.102.0.0 ein. Als Subnetzmaske muss 255.255.128.0 eingegeben werden. Der Gateway ist dann die IP-Adresse des Konnektors im Heimnetz. Die Eingaben setzen Sie auf "aktiv" und klicken "OK". Auf der nächsten Webseite müssen Sie dann noch "übernehmen" klicken, damit die FritzBox die statische Route aktiviert.

Oder man konfiguriert am Rechner als root:

route add -net 100.102.0.0 netmask 255.255.128.0 gw <IP-Adresse des Konnektors> dev <Device-Name der Netzwerkschnittstelle>

also z.B.

route add -net 100.102.0.0 netmask 255.255.128.0 gw 192.168.1.5 dev eth0

anschließend kann man die route mit

route

kontrollieren.

Wie man diese Route permanent einrichtet, also dass sie bei jedem System-Start eingerichtet wird, erklärt https://www.rootz.de/2010/05/linux-statische-routen-permanent-installieren/

Um den Ubirch-Webservice erreichen zu können, muss die Route ins KV-Safenet entsprechend der Anleitung unter https://www.apraxos.de/tmp/Dokumente/install/ch07s02.html#d5e1092 gelegt sein, da man sich dafür über das KV-Safenet anmelden muss.

Einrichtung im Konnektor

Die Routen sind normalerweise schon im Konnektor hinterlegt. Bei mir z.B.:

impf6

Erstellung eines Impfzertifikats aus apraxos heraus

Hierfür wird die OpenSource-Software dgc-ps-app (Digital Green Certificate Primary System Desktop Client Application of the Gematik TI) benutzt. Die Source von dgc-ps-app finden Sie unter https://github.com/ere-health/dgc-ps-app. Eine vorkompilierte Version können Sie über das Installationsprogramm unter Fremdprogramme / Quarkus installieren. Dabei wird ein Verzeichnis $HOME/impfapp/quarkus-app mit der Java-Runtime quarkus-run.jar installiert.

Sie benötigen dazu eine Konfigurationsdatei, die Sie in apraxos über System / Einstellungen / Impf-App / Quarkus konfigurieren anlegen können. Die Konfiguration sollte auf dem Server mit Zugang zum Konnektor ausgeführt werden. Der SMC-B im Kartenterminal muss erreichbar und freigeschaltet sein.

Ist die Konfiguration durchlaufen, können Sie die dgc-ps-app über System / Einstellungen / Impf-App / Quarkus starten ausführen. Es läuft ein Webservice auf dem Port 8080 des Servers bzw. des Rechners, auf dem die dgc-ps-app eingerichtet wurde. Als Standardeinstellung lauscht der Webservice nur auf Anfragen vom lokalen Rechner, d.h. nur von 127.0.0.1, was in apraxos sinnvoll ist. Sollte der Webservice auf einem anderen Rechner laufen, müssen die Parameter in der Datei $HOME/impf-app/quarkus-app/linux.sh geändert werden.

Zur Kontrolle der erfolgreichen Konfiguration kann über System / Einstellungen / Impf-App / Installationskontrolle eine Webseite im Webbrowser aufgerufen werden, die die Richtigkeit der Einstellungen überprüft. Alle Parameter müssen ein blaues Häckchen haben; rote Kreuze oder rote Fragezeichen zeigen nicht erreichbare Adressen an. Hier müssen die Routen überprüft bzw. korrigiert werden.

Um ein Impfzertifikat zu erstellen, rufen Sie den Patienten auf und wechseln in Patient / Covid-19-Status. Geben Sie die Impfdaten entweder von Hand ein oder, wenn die Abrechnungsziffern bereits beim Patienten eingetragen sind, übernehmen Sie die Daten mit <F4>. Nun rufen Sie mit <F5> Impfzertifikat ausstellen auf. Je nach eingetragenen Daten werden Ihnen verschiedene Möglichkeiten angeboten:

  • Genesenen-Zertifikat

  • 1. Impfung

  • 2. Impfung

  • manuelle Eingabe

Wählen Sie eine der Optionen aus. Der Impfzertifikat-Service wird mit den entsprechenden Daten aufgerufen. Sie erhalten das Impf-Zertifikat als PDF-Datei, das in okular angezeigt wird. Das Zertifikat kann ausgedruckt werden oder der Patient kann direkt den Datamatrix-Code am Bildschirm abfotografieren. Im Anschluß können Sie das Impfzertifikat in der Patientenkartei abspeichern.

Wenn Sie manuelle Eingabe wählen, wird die dgc-ps-app-Webseite vorbefüllt mit den Patientendaten und Ihrer BSNR im Webbrowser aufgerufen. Sie können die Impfung dann von Hand eingeben. Diese Daten werden allerdings nicht nach apraxos zurückgespeichert.

Erstellung eines Impfzertifikats über den Web-Service

Man rufe in der Adress-Leiste https://web.impfnachweis.info auf:

impf1

Es wird die KV-Auswahl-Webseite der KBV angezeigt:

impf2

Hier rufe man seine KV auf:

impf3

Sie gelangen auf Login-Webseite ihrer KV. Dort müssen die üblichen Login-Daten eingegeben werden. Wenn das geklappt hat, gelangt man zur Eingabe-Webseite des Impfzertifikatsservice:

impf4

Nach Eingabe von Patientennamen, Geburtsdatum, Auswahl des Impfstoffs und Eingabe des Impfdatums sowie Auswahl, ob es Erst- oder Zweitimpfung war, kann man auf "Erfassen" klicken. Ein Impf-Zertifikat sieht dann z.B. so aus:

impf5

Der Datamatrix-Barcode kann auf normales DIN-A4-Papier ausgedruckt werden. Der Patient kann den ausgedruckten Barcode mit der Corona-Warn-App oder dem CovPass abscannen und hat so seinen digitalen Impfnachweis auf dem Handy. Über QR-Code speichern kann der Datamatrix-Code z.B. in gwenview angezeigt werden und vom Patienten direkt vom Computer-Bildschirm abgescannt werden.

Abrechnung

Die Ausstellung von Impfzertifikaten werden über Gebührenordnungsnummer abgerechnet, die zur Zeit nur im EBM der Bundes-KV hinterlegt sind. Diese müssen in den eigenen EBM übernommen werden. Es handelt sich um folgende GNR:

GNR Text Wert

88350

Ausstellung eines Impfzertifikats in der Arztpraxis, in der die Schutzimpfung vorgenommen wurde ( 6 Abs. 4 Satz 1) ab 07.06.2021 bis auf weiteres

6,00 €

88351

Ausstellung eines Impfzertifikats in der Arztpraxis, in der die Schutzimpfung vorgenommen wurde, wenn die Erstellung mittels PVS-System erfolgt ( 6 Abs. 4 Satz 2) ab 07.06.2021 bis auf weiteres

2,00 €

88352

Ausstellung eines Impfzertifikats, wenn die Schutzimpfung(en) von einer anderen Praxis oder Stelle vorgenommen wurde(n) ( 6 Abs. 5 Satz 1) ab 07.06.2021 bis auf weiteres

18,00 €

88353

Ausstellung eines Impfzertifikats für die Zweitimpfung im Zusammenhang mit der Erstellung eines Impfzertifikats für eine erfolgte Erstimpfung, wenn die Schutzimpfung(en) von einer anderen Praxis oder Stelle vorgenommen wurde(n) ( 6 Abs. 5 Satz 2) ab 07.06.2021 bis auf weiteres

6,00 €

Also: Impfzertifikate auch von Personen ausstellen, die man nicht selbst geimpft hat!

Die 88352 soll ab 1.7.2021 auf 6 Euro reduziert werden.

Die GNR bei Privatpatienten werden, wie auch die Impfung, über eine Parallelabrechnung über die Kasse "Bundesamt für Soziale Sicherung" abgerechnet. Dafür muss ein Originalschein mit den Daten des Privatpatienten ausgestellt und von diesem unterschrieben werden.