apraxostux

Author: Dr. med Claudia Neumann
© 2021 Dr. Claudia Neumann

Update: 03.04.2021

Ab dem 8.1.2021 sollen die Hausärzte COVID-19-Impfungen in der Praxis durchführen. Wie kann man das bequem mit apraxos durchführen?

Priorisierung

Höchste Priorität

Diese Patienten sind meist schon geimpft. Eine Kontrolle muss trotzdem erfolgen, damit keiner vergessen wird:

  • Personen ab 80 Jahre

  • Bewohner und Pflegepersonal von Alten- und Pflegeheimen

  • Personal von ambulanten Pflegediensten

  • Personal von Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdiensten, Impfzentren, ambulante Palliativpflege und Aerosol-generierende Tatigkeiten (Bronchoskopien)

  • Personal in der Onkologie, Transplantationsmedizin, Geriatrie, Geburtshilfe und Neonatologie

hohe Priorität

Diese Patienten sind auch schon teilweise geimpft. Nachfrage erforderlich.

  • Personen ab 70 Jahre

  • Personen mit Vorerkrankungen:

    • Trisomie 21 oder Conterganschädigung

    • Demenz oder geistige Behinderung

    • schwere psychiatrische Erkrankungen, insbesondere bipolare Störung, Schizophrenie oder schwere Depression

    • behandlungsbedürftige Krebserkrankungen

    • interstitielle Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose oder andere schwere chronische Lungenerkrankung

    • Muskeldystrophien und vergleichbare neuromuskuläre Erkrankungen

    • Diabetes mellitus mit Komplikationen

    • Leberzirrhose oder andere chronische Lebererkrankung

    • chronische Nierenerkrankung

    • Personen nach Organtransplantation

    • Adipositas (BMI über 40)

  • Personen, denen im Einzelfall ein hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Covid-19-Verlauf bescheinigt wird.

  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von:

    • pflegebedürftigen über 70-Jährigen, die nicht in einer Einrichtung leben

    • Pflegebedürftigen mit einer der o.g. Vorerkrankungen, die nicht in einer Einrichtung leben

    • Schwangeren

  • Personen, die in stationären Einrichtungen für Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderung arbeiten, diese bei ambulanten Pflegediensten behandeln, betreuen oder pflegen

  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit hohem/erhöhtem COVID-19-Expositions-risiko – insbesondere Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem unmittelbarem Patientenkontakt

  • Polizei- und Ordnungskräfte sowie Soldaten im Ausland und Personen in Auslandsvertretungen oder bei Entwicklungsorganisationen, die im Dienst einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind

  • Personal in Kinderbetreuungseinrichtungen, Kindertagespflege und in Grundschulen, Sonderschulen, Förderschule

  • Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in relevanten Positionen der Krankenhausinfrastruktur

  • Bewohner und Personal von Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen

erhöhte Priorität

Meist noch nicht geimpft

  • Personen ab 60 Jahren Personen mit Vorerkrankungen:

    • behandlungsfreie in Remission befindliche Krebserkrankungen

    • Immundefizienz oder HIV-Infektion

    • Autoimmunerkrankungen oder Rheuma

    • Herzerkrankungen (Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Vorhofflimmern, koronare Herzkrankheit oder arterielle Hypertension)

    • zerebrovaskuläre Erkrankungen, Schlaganfall oder andere chronische neurologische Erkrankung

    • Asthma bronchiale

    • chronisch entzündliche Darmerkrankung

    • Diabetes mellitus ohne Komplikationen

    • Adipositas (BMI über 30)

  • Personen, denen im Einzelfall ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Covid-19-Verlauf bescheinigt wird

  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von:

    • pflegebedürftigen über 60-Jährigen, die nicht in einer Einrichtung leben

    • Pflegebedürftigen mit einer der o.g. Vorerkrankungen, die nicht in einer Einrichtung leben

  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit niedrigem COVID-19-Expositionsrisiko (Labore) – ohne Betreuung von Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten

  • Personen in staatlichen Schlüsselpositionen z. B.:

    • Regierung

    • Verwaltung

    • Justiz

    • Verfassungsorgane

    • Bundeswehr

    • Polizei

    • Zoll

    • Feuerwehr

    • Katastrophenschutz/THW

  • Personal in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und Schulen, die nicht bereits in Gruppe 2 aufgeführt sind, sowie Beschäftigte in Unternehmen der kritischen Infrastruktur z.B.:

    • Lebensmitteleinzelhandel

    • Apotheken und Pharmawirtschaft

    • öffentliche Versorgung und Entsorgung

    • Ernährungswirtschaft

    • Transportwesen

    • Informationstechnik u. Telekommunikation

  • Personen mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen z.B.:

    • Saisonarbeiter

    • Beschäftigte in Verteilzentren oder der fleischverarbeitenden Industie

Zusammenstellung der in Frage kommenden Patienten

Um eine Liste der Patienten zu bekommen, die den Kriterien entsprechen und in Ihrer Behandlung sind, sollte man über System / Einstellungen / Quartal in zurückliegende Quartal wechseln.

Nun kann man z.B. über Daten / Personalien / S-Personalien / Bildschirm oder Drucken / Geburtsdatum → F3 (Filter):

!empty(scheinart).and.gebdatum<ctod("01.04.1961")

eingeben. Damit bekommt man eine Liste der Patienten, die älter als 70 Jahre ist und im letzten Quartal von Ihnen behandelt wurde. Falls man noch Vertreter- und Notdienstscheine aussortieren will, käme folgender Filterbefehl in Frage:

!empty(scheinart).and.!("V"$scheinart).and.!("ND"$scheinart).and.gebdatum<ctod("01.04.1951")

Eine andere Möglichkeit ist die Suche nach bestimmten Diagnosen. Gehen Sie auf Verarbeitung / Suchen / Diagnosen / Berechnung → Suchen:

Diabetes mellitus

Stammpersonalien:

!empty(scheinart).and.gebdatum<dtoc("01.04.1951")

Die Frage "Nur Quartal 1/2021 durchsuchen?" mit J beantworten.

Über Ausgabe erhalten Sie eine Liste der Patienten, die über 60 Jahre alt sind, im letzten Quartal von Ihnen behandelt wurden und einen Diabetes mellitus als Diagnose haben.

Mit F5 kann diese Liste ausgedruckt werden oder mit F6 in die Recall-Liste eingetragen werden. Wenn die Telefonnummern der Patienten eingetragen wurden, kann diese Liste abtelefoniert werden.

Es können auch mehrere Diagnosen mit Komma getrennt in die Suchen-Maske eingegeben werden, z.B. Suchen:

Diabetes mellitus, Hypertonie, COPD, Asthma, Adipositas

Nutzung des Kalenders zum Einbestellen der Patienten

Für die COVID-19-Impfungen könnte ein neuer Kalenderplan mit Terminierung im 5 Minutentakt für 1 Stunde am Mittwoch und Donnerstag und 30 Minuten für den Freitag geplant werden. Dann haben Sie die 30 Impfstoff-Dosen an den Mann oder die Frau gebracht.

corona1

Gleichzeitig können die Termine für die Folge-Impfung eingetragen werden. Die STIKO empfiehlt einen Impfabstand von:

  • 6 Wochen für mRNA-Impfstoffe (BioNTech/Pfizer, Moderna)

  • 12 Wochen für den Vektor-basierten Impfstoff von AstraZeneca

Ausdruck von Aufklärungsbogen, Anamnese und Einwilligung

Der "Papierkram" kann bereits am Vortag ausgedruckt werden.

Richten Sie zunächst einen Drucker für die Corona-Ausdrucke an: über System / Einstellungen / Formulare / Corona-Ausdrucke konfigurieren Sie den Drucker wie gewohnt. Für den Ausdruck kann nur ein Laser- oder Tintenstrahldrucker benutzt werden.

Nun können Sie beim Patienten (auch wenn die Karte noch nicht eingelesen wurde) unter Dokumente / COVID-19-Impfung die entsprechenden Aufklärungsbögen, Anamnese-Bögen und Einwilligungs-Erklärungen, die bereits mit den Patientendaten versehen sind, ausgedruckt werden.

Achtung: am 6.4.2021 sollen noch aktualisierte Aufklärungsbögen herauskommen. Diese werden kurzfristig geliefert.

Impfung

Das BioNTech/Pfizer-Präparat Comirnaty muss hergestellt werden. Sie finden eine Anleitung unter Texte / COVID-19-Impfung / Herstellung von Comirnaty. Um aus einem Fläschchen 6 Dosen herauszubekommen, muss man sauber und exakt arbeiten. Also Zeit einplanen. Nach Herstellung der Lösung müssen die 6 Dosen des Fläschchens innerhalb von 6 Stunden verbraucht werden.

Aus dem Covid-19 Vaccine AstraZeneca-Fläschchen kann man 10 Dosen bekommen. Eine Anleitung finden Sie unter Texte / COVID-19-Impfung / Anwendung von Covid-19 Vaccine AstraZeneca. Angebrochene Fläschchen können bis zu 48 Stunden im Kühlschrank aufbewahrt werden. Bei Raumtemperatur muss der Impfstoff innerhalb von 6 Stunden verbraucht werden.

Beide Impfstoffe müssen bei 2°-8° Grad Celsius im Kühlschrank gelagert werden. Comirnaty ist bis zu 5 Tage im Kühlschrank lagerfähig, Der AstraZeneca-Impfstoff ist bis zu 6 Monate im Kühlschrank lagerfähig.

Patientendaten auf Impfpass

Die Patienten sollten ihren Impfpass mitbringen. Einige werden den Impfpass nicht finden; vielleicht gibt es den auch schon nicht mehr. Dann kann ein neuer Impfpass ausgestellt werden. Der PAV-Verlag liefert kostenlos Impfpässe an die Arztpraxen. Ein Ausdruck der Patientendaten auf den Impfpass kann mit einem Nadeldrucker ausgeführt werden. Konfigurieren Sie dafür den Drucker über System / Einstellungen / Formulare / Generator / Vorgabe-Datenbank / andere Formulare / Nr. 103 Impfpass mit F6 in die Formular-Datenbank übernehmen und wie üblich die Drucker-Konfiguraton durchlaufen. Das Formular Impfpass wird direkt ohne weitere Eingabe über Patient / Formular / Impfpass ausgedruckt.

Für Comirnaty werden offensichtlich keine Etiketten mitgeliefert. Man soll über

Etiketten bestellen können. Diese Webseite ist zur Zeit nicht erreichbar.

Impfung in Impfpass eintragen

Die Impfung wird wie üblich in den Impfpass eingetragen. Die COVID-19-Impfung kommt in den Bereich "weitere Schutzimpfungen". Gleichzeitig kann kontrolliert werden, ob weitere Impfungen fehlen. Wegen der Problematik mit Nebenwirkungen sollten zunächst keine weiteren Impfungen am gleichen Tag ausgeführt werden. Sie können mit einem Abstand von 3 Wochen zur ersten oder zweiten COVID-19-Impfung appliziert werden.

Abrechnung und Dokumentation

Die COVID-19-Impfungen müssen möglichst tagesgleich an das RKI gemeldet werden. Dies geschieht über das Impf-Doku-Portal der KBV, das über den Telematik Infrastruktur erreichbar ist. Eine Anleitung zur Benutzung dieses Portals finden Sie unter Texte / COVID-19-Imfpung / Benutzung des Impf-Doku-Portals.

Beim Patienten wird wie üblich die Impfung abgerechnet. Dafür gibt es neue Impfziffern, die aus dem kompletten EBM unter Daten / Gebühren / EBM-K /…​ mit F6 in den eigenen EBM übernommen werden müssen. Als Diagnose ist die ICD-Ziffer U11.9G = Impfung gegen COVID-19 einzutragen. Lesen Sie dazu auch Texte / COVID-19-Impfung / Abrechnung und Dokumentation.