apraxostux

Author: Dr. med Claudia Neumann
© 2021 Dr. Claudia Neumann

Update: 26.11.2021

Seit dem 8.4.2021 impfen Hausärzte und Fachärzte gegen COVID-19 in der Praxis. Wie kann man das bequem mit apraxos durchführen?

Impf-Empfehlungen

  • Natürlich sollen noch alle Personen über 12 Jahren geimpft werden, die bisher keine Impfung erhalten haben.

  • alle mit Johnson & Johnson-Geimpften sollen frühestens 4 Wochen nach der ersten Impfung eine "Optimierung der Grundimmunisierung" mit einem mRNA-Impfstoff erhalten.

  • alle bereits 2-mal Geimpften sollen ca. 6 Monate nach der zweiten Impfung eine Boosterung erhalten.

  • alle Genesenen sollen ab 4 Wochen nach der Genesung eine Booster-Impfung erhalten.

Zusammenstellung der in Frage kommenden Patienten

Um eine Liste der Patienten zu bekommen, die den Kriterien entsprechen und in Ihrer Behandlung sind, sollte man über System / Einstellungen / Quartal in zurückliegende Quartal wechseln.

Nun kann man z.B. über Daten / Personalien / S-Personalien / Bildschirm oder Drucken / Geburtsdatum → F3 (Filter):

!empty(scheinart).and.gebdatum<ctod("01.04.1961")

eingeben. Damit bekommt man eine Liste der Patienten, die älter als 70 Jahre ist und im letzten Quartal von Ihnen behandelt wurde. Falls man noch Vertreter- und Notdienstscheine aussortieren will, käme folgender Filterbefehl in Frage:

!empty(scheinart).and.!("V"$scheinart).and.!("ND"$scheinart).and.gebdatum<ctod("01.04.1951")

Eine andere Möglichkeit ist die Suche nach bestimmten Diagnosen. Gehen Sie auf Verarbeitung / Suchen / Diagnosen / Berechnung → Suchen:

Diabetes mellitus

Stammpersonalien:

!empty(scheinart).and.gebdatum<dtoc("01.04.1951")

Die Frage "Nur Quartal 1/2021 durchsuchen?" mit J beantworten.

Über Ausgabe erhalten Sie eine Liste der Patienten, die über 60 Jahre alt sind, im letzten Quartal von Ihnen behandelt wurden und einen Diabetes mellitus als Diagnose haben.

Mit F5 kann diese Liste ausgedruckt werden oder mit F6 in die Recall-Liste eingetragen werden. Wenn die Telefonnummern der Patienten eingetragen wurden, kann diese Liste abtelefoniert werden.

Es können auch mehrere Diagnosen mit Komma getrennt in die Suchen-Maske eingegeben werden, z.B. Suchen:

Diabetes mellitus, Hypertonie, COPD, Asthma, Adipositas

Nutzung des Kalenders zum Einbestellen der Patienten

Für die COVID-19-Impfungen könnte ein neuer Kalenderplan mit Terminierung im 5 Minutentakt für 1 Stunde am Mittwoch und Donnerstag und 30 Minuten für den Freitag geplant werden. Dann haben Sie die 30 Impfstoff-Dosen an den Mann oder die Frau gebracht.

corona1

Gleichzeitig können die Termine für die Folge-Impfung eingetragen werden. Die STIKO empfiehlt einen Impfabstand von:

  • 4-6 Wochen für mRNA-Impfstoffe (BioNTech/Pfizer, Moderna)

Ausdruck von Aufklärungsbogen, Anamnese und Einwilligung

Für die Impfung sollte jedem Patienten der zum Impfstoff passende Aufklärungsbogen von 4 Seiten, der Anamnese-Bogen und die Einwilligungserklärung in die Hand gegeben werden. Der Anamnese-Bogen muss vom Patienten ausgefüllt werden, die Einwilligungserklärung muss unterschrieben werden. Den Aufklärungsbogen kann der Patient mit nach Hause nehmen.

Da die meisten Patienten den Aufklärungsbogen nicht mitnehmen wollen und daher sehr viel (ungelesenes) Papier produziert wird, habe ich die jeweiligen Aufklärungsbögen nur einmal ausgedruckt und in Folie verschweißt. Die Patienten bekommen diese Seiten in die Hand und können nach Desinfektion wiederverwendet werden. Die leeren Aufklärungsbögen finden Sie unter Texte / Covid-19-Impfung.

Richten Sie zunächst einen Drucker für die Corona-Ausdrucke an: über System / Einstellungen / Formulare / Corona-Ausdrucke: konfigurieren Sie den Drucker wie gewohnt. Für den Ausdruck kann nur ein Laser- oder Tintenstrahldrucker benutzt werden.

Nun können Sie beim Patienten (auch wenn die Karte noch nicht eingelesen wurde) unter Dokumente / COVID-19-Impfung die entsprechenden Aufklärungsbögen, Anamnese-Bögen und Einwilligungs-Erklärungen, die bereits mit den Patientendaten versehen sind, ausgedruckt werden.

Bestellung des Impfstoffs und Impfung

Den Impfstoff bestellen Sie in Ihrer Apotheke. Die zur Verfügung stehenden Impfstoff-Menge variieren wöchentlich. Auch der Zeitrahmen für die Impfstoff-Bestellung und -Lieferung wechselt. Der Impfstoff muss über das Bundesamt für soziale Sicherung (BSS) rezeptiert werden. Dazu legen Sie einen Pseudopatienten "Covid-19-Impfstoff" mit Ihrer Praxis-Adresse an und rezeptieren hierüber den Impfstoff. Die Abrechnungs-Markierung muss für diesen Patienten gelöscht werden.

Ausführliche, vergleichende Informationen zu allen Corona-Impfstoffen finden Sie unter Texte / Covid-19-Impfung.

Patientendaten auf Impfpass

Die Patienten sollten ihren Impfpass mitbringen. Einige werden den Impfpass nicht finden; vielleicht gibt es den auch schon nicht mehr. Dann kann ein neuer Impfpass ausgestellt werden. Der PAV-Verlag liefert für einige KVen kostenlos Impfpässe an die Arztpraxen. Ansonsten sollten Sie sich an Ihre KV wenden. Ein Ausdruck der Patientendaten auf den Impfpass kann mit einem Nadeldrucker ausgeführt werden. Konfigurieren Sie dafür den Drucker über System / Einstellungen / Formulare / Generator / Vorgabe-Datenbank / andere Formulare / Nr. 103 Impfpass mit F6 in die Formular-Datenbank übernehmen und wie üblich die Drucker-Konfiguraton durchlaufen. Das Formular Impfpass wird direkt ohne weitere Eingabe über Patient / Formular / Impfpass ausgedruckt. Achtung: da die neuen Impfpässe sehr dick sind, kann der Ausdruck auf dem Impfpass auch schwierig bis unmöglich werden.

Die Impf-Klebe-Etiketten für den Impfausweis werden inzwischen mit den Spritzen und Nadeln mitgeliefert.

Impfung in Impfpass eintragen

Die Impfung wird wie üblich in den Impfpass eingetragen. Die COVID-19-Impfung kommt in den Bereich "weitere Schutzimpfungen". Gleichzeitig kann kontrolliert werden, ob weitere Impfungen fehlen. Eine Grippe-Impfung kann gleichzeitig verabreicht werden. Weitere Impfungen können in einem Abstand von 3 Wochen durchgeführt werden.

Abrechnung und Dokumentation

Die COVID-19-Impfungen müssen möglichst tagesgleich an das RKI gemeldet werden. Dies geschieht über das Impf-Doku-Portal der KBV, das über den Telematik Infrastruktur erreichbar ist. Eine Anleitung zur Benutzung dieses Portals finden Sie unter Texte / COVID-19-Imfpung / Benutzung des Impf-Doku-Portals.

Bei Kassen-Patienten wird die Impfung wie üblich abgerechnet. Dafür gibt es neue Impfziffern 88320-88340Y, die aus dem kompletten EBM unter Daten / Gebühren / EBM-K /…​ mit F6 in den eigenen EBM übernommen werden. Zu den eigentlichen Impfziffern 88331A-88340Y muss die Chargennummer der Impfung als Feld 5010 übertragen werden. Dafür muss an die Ziffer in Klammern die Chargennummer und ein A angefügt werden. Da man ja pro Woche dieselbe Charge bekommt, legt man z.B. für die Comirnaty-(Biontech/Pfizer)-Impfung die Impfziffer mit der Charge als Textbaustein unter _System / Einstellungen / Makros / Textbausteine an.

<Alt>+<F8>: 	88331A (EX1234)A 	  Comirnaty-Impfung

In der Patientenkartei sollte der Cursor im Einträge-Feld für eine GO-Nr stehen und die Eingabe aktiviert sein (Return oder vorher andere Ziffer eintragen), dann <Alt>+<F8> eingeben und die Impfziffer mit Chargennummer wird eingetragen.

Als Diagnose ist die ICD-Ziffer U11.9G = Impfung gegen COVID-19 einzutragen. Auch hier kann ein Kürzel in der eigenen Diagnose-Datenbank die Eingabe verkürzen.

Für Privatpatienten muss eine Parallelabrechnung mit der Kasse "Bundesamt für Soziale Sicherung", VKNR 38825, angelegt werden. Die Kasse kann aus dem Kassenstamm unter Daten / Kassen / Stamm / …​ mit F6 in die eigene Kassenliste übernommen werden. Dabei muss ein neues Kürzel für diese Kasse angelegt werden. Leider ist die Kasse im Kassenstamm mit GO=0 angegeben. EBM-Kürzel funktionieren bei dieser Kasse nicht, da der EBM GO=1 ist.

Bei der Parallelabrechnung der Privatpatienten muss der Originalschein angelegt werden, allerdings nicht mehr ausgedruckt und eingereicht werden. Es wird bei der Anlage moniert, dass kein SKT-Zusatz angegeben wurde. Schreiben Sie in das Feld SKT-Zusatz z.B. "12345". Die GNR und die Diagnose wird wie bei den Kassenpatienten eingetragen.

Lesen Sie dazu auch Texte / COVID-19-Impfung / Abrechnung und Dokumentation.

Impfstatus der Patienten

Um einen Überblick über den Impfstatus der Patienten zu bekommen, gibt es einen neuen Menü-Punkt COVID-19-Status im Menü Patient. Dort kann eingetragen werden:

  • ob der Patient eine COVID-19-Erkrankung durchgemacht hat, und wann (ungefähr).

  • ob und wann der Patient die erste COVID-19-Impfung mit welchem Impfstoff erhalten hat.

  • ob und wann der Patient die zweite COVID-19-Impfung mit welchem Impfstoff erhalten hat.

  • ob und wann der Patient eine Booster-Impfung erhalten hat.

  • ob der Patient die Impfung abgelehnt hat.

Diese Informationen können in der Headerzeile angezeigt werden, wenn unter System / Einstellungen / Bildschirm / Personalien der COVID-19-Status auf T gesetzt wurde. Es wird angezeigt:

  • [▇] Patient war an COVID-19 erkrankt,

  • [▇⛰] Patient war an COVID-19 erkrankt und hat eine COVID-19-Impfung erhalten,

  • [⛰] Patient hat die erste COVID-19-Impfung erhalten,

  • [⛰⛰] Patient hat erste und zweite COVID-19-Impfung erhalten,

  • [⛰⛰⛰] Patient hat neben der ersten und zweiten COVID-19-Impfung eine Booster-Impfung erhalten,

  • [━] Patient lehnt Impfung ab.

Impf-Dokumentation

Die täglich durchgeführten Covid-19-Impfungen müssen tagesgleich an das Impf-Doku-Portal der KBV gemeldet werden. Siehe hierzu unter Texte / Covid-19-Impfung / Benutzung des Impf-Doku-Portals.

Die dort einzutragenden Zahlen können Sie über Verarbeitung / Covid-19 / Impfdokumentation ermitteln. Eine automatische Übermittlung ist nicht möglich.

Impf-Zertifikate

Aus apraxos heraus können Corona-Impf-Zertifikate erstellt werden. Lesen Sie hierzu unter Das digitale Impfzertifikat.